Keramik & Kreativkunst

perfekt unperfekt

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Quartalsrückblick Q2 2026: Eine Kündigung, erste Ateliergäste und ein Raku-Huhn

Bisher habe ich jeden Monat auf das zurückgeblickt, was bei mir passiert ist. Doch nicht jeder Monat braucht einen eigenen Artikel. Manchmal fehlt schlicht die Zeit zum Schreiben, manchmal ergibt sich erst über mehrere Wochen hinweg ein rundes Bild.

Deshalb gibt es meine Rückblicke ab jetzt quartalsweise.

Und wenn ich auf April, Mai und Juni zurückschaue, passt das ziemlich gut. Erst wurde alles etwas zu viel. Dann fiel plötzlich etwas weg. Und genau dadurch entstand wieder Platz für das, was mir wirklich wichtig ist.

In diesem Quartal ging es um Gastroluft, eine unerwartete Kündigung, die ersten Teilnehmerinnen im offenen Töpferatelier, einen kleinen Gast-Hund, einen Raku-Workshop und neue Ideen für den Sommer.

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April:

Zwischen Stallarbeit, Service und Flughafenkontrolle

Im April durfte ich noch einmal Gastroluft schnuppern.

Grundsätzlich macht mir die Arbeit im Service immer noch Spass. Schliesslich habe ich viele Jahre in der Gastronomie gearbeitet. Doch ich merkte schnell, dass ich nicht mehr an demselben Punkt stehe wie früher.

Aperomischgetränke mixen? Da war ich plötzlich raus. Die halbe Getränkekarte wollte einfach nicht mehr so schnell in meinen Kopf, wie ich es von früher gewohnt war.

Dazu kam das Arbeitspensum: früh im Stall, zwischendurch eine Pause und abends noch einmal vier bis sechs Stunden Service. Das war streng. Richtig streng.

Auf Dauer konnte das so nicht funktionieren.

Eine Woche Deutschland – diesmal ohne Autobahn

Zwischendrin wagten meine Tochter und ich noch etwas anderes:

Wir flogen für eine Woche nach Deutschland, statt viele Stunden mit dem Auto auf der Autobahn zu verbringen.

Schon beim Hinflug sorgte mein Rucksack für Aufmerksamkeit. Das Scan-Gerät konnte meine laminierten Notizbücher offenbar nicht richtig einordnen. Also wurde der gesamte Inhalt von Hand kontrolliert.

Auf dem Rückflug traf es meine Tochter. Ihr Stressball liess sich auf dem Bildschirm ebenfalls nicht eindeutig erkennen. Die Kontrolleurin knetete ihn sorgfältig durch und erklärte ganz trocken:

„Naja, da können auch Drogen drin versteckt sein.“

Worauf nicht alles kontrolliert wird.

Das Flugzeug ist bereit zum Boarding.
ein Blick aus dem Flugzeugfenster

Mai:

Wie eine Kündigung wieder Platz schuf

Anfang Mai wurde mir gekündigt.

Das war tatsächlich das erste Mal in meinem Leben. Bisher war immer ich diejenige gewesen, die einen Job beendet hatte, wenn er nicht mehr passte.

Im ersten Moment fühlte sich das deshalb ungewohnt an. Gleichzeitig merkte ich aber ziemlich schnell, wie viel Anspannung von mir abfiel.

Die Arbeit im Stall ging natürlich weiter. Doch die zusätzlichen Serviceeinsätze waren plötzlich weg. Ich konnte wieder durchatmen, Pausen machen und meine Energie langsam aufladen.

Rückblickend fühlte sich diese Kündigung deshalb fast wie ein Geschenk an.

Nicht, weil eine Kündigung grundsätzlich etwas Schönes ist. Sondern weil sie mir gezeigt hat, dass ich längst zu viel gleichzeitig versucht hatte.

Manchmal muss erst etwas wegfallen, damit wieder Platz für Neues entsteht.

Die ersten Teilnehmerinnen im offenen Töpferatelier

Genau in dieser ruhigeren Phase starteten auch die ersten Teilnehmerinnen bei mir im Atelier.

Bevor sie selbstständig im offenen Atelier weiterarbeiten konnten, begannen sie mit meinem zweitägigen Basis-Workshop.

Am ersten Tag wurde getöpfert. Zwei Teilnehmerinnen entschieden sich für Schalen, eine für ein Namensschild. Beim zweiten Termin wurden die Werke glasiert. Eine Woche später konnten alle ihre fertigen Stücke mit nach Hause nehmen.

Danach kamen sie regelmässig wieder.

Es entstanden weitere Schalen, ein Teller und verschiedene Tassen. Tassen sind ohnehin immer etwas Besonderes, weil sich dabei so viele persönliche Ideen umsetzen lassen.

Chantal bemalte ihre Tassen zum Beispiel mit Engobe. Anschliessend ritzte sie die Namen der Beschenkten mit der Sgraffito-Technik in die Oberfläche.

Was mich dabei besonders gefreut hat: Die Teilnehmerinnen spürten selbst, wie entspannend es sein kann, mit den Händen etwas zu gestalten.

Und dass dabei wirklich nicht alles perfekt sein muss.

Meine Devise bleibt deshalb: perfekt unperfekt.

Was dabei neben Schalen, Tellern und Tassen noch entsteht, erzähle ich in meinem Blog-Beitrag über das offene Töpferatelier.

ein engobierter Becher
Antje hält die Namenstafel von Chantal

Das sind Arbeiten meiner Teilnehmerinnen im offenen Töpfer-Atelier.

Einmal der engobierte Becher, mit

Scraffito-Technik ausgearbeitet.

Und das Namensschild auf Holz.

Juni:

Hitze, Hundespaziergänge und neue Fundstücke

Mitte Juni wurde es richtig heiss.

Zum Glück hat unser Atelier eine Klimaanlage. Das wusste ich vorher selbst nicht so genau, freute mich dann aber umso mehr darüber. Und wenn ich zu Hause im Keller arbeitete, war es dort ebenfalls angenehm kühl.

Der Juni stand ausserdem ein wenig im Zeichen unseres kleinen Gasthundes. Er war häufiger bei uns, weil sein Frauchen geschäftlich unterwegs war.

Damit gehörten tägliche Spaziergänge fest zum Programm.

Unterwegs sammelte ich Holz und fotografierte Formen, Strukturen und kleine Fundstücke im Dorf. Manche davon landen vielleicht irgendwann als Idee oder Abdruck im Ton.

Ich mag genau solche ungeplanten Inspirationen. Man geht eigentlich nur mit dem Hund spazieren und kommt mit Material, Fotos und neuen Ideen zurück.

unser Gast-Hund
ein morscher Holzstamm im Wald
Pferdeköpfe als Inspiration

Eindrücke von den Spaziergängen mit dem kleinen Hund

Der erste Tag meines Raku-Workshops

Am 6. Juni fand der erste Teil meines Raku-Workshops statt.

Vier Frauen töpferten ihre eigenen Objekte. Es entstanden Herzen, Kugeln und ein Huhn, das bis heute noch keinen Namen hat.

Beim Raku geht es nicht nur darum, ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Es geht auch darum, sich auf den Prozess einzulassen. Nicht jede Glasur entwickelt sich genau wie geplant, nicht jede Oberfläche sieht am Ende so aus wie erwartet.

Gerade das macht diese Technik so spannend.

Die vorbereiteten Stücke wurden Anfang Juli beim zweiten Workshop-Tag im Rakubrand gebrannt.

Mehr über den ersten Tag des Workshops liest du hier:

Raku-Workshop Tag 1: Herzen, Kugeln, ein Huhn – und die Kunst, einfach anzufangen

ein Tonherz wird verstrichen
ein getöpfertes Rakuton-Huh

Wenn du nicht darauf warten möchtest, wie der zweite Tag des Raku-Workshops ausfiel, dann lies dazu meinen Blogartikel:

Raku-Workshop Tag 2: Feuer, Rauch und ganz viel Magie

Was im Frühsommer sonst noch passiert ist

Im Juni durfte ich wieder als Pferdeführerin bei der Hippotherapie einspringen.

Viele der Kinder sind in ihrer Bewegung eingeschränkt und benötigen während des Reitens zusätzliche Unterstützung. Deshalb muss das Pferd besonders ruhig, gleichmässig und aufmerksam geführt werden.

Diese Arbeit braucht viel Konzentration. Gleichzeitig ist es immer wieder berührend zu erleben, was die Bewegung des Pferdes bewirken kann.

Auch für den Adventsmarkt habe ich mich bereits angemeldet.

Bis Weihnachten scheint es zwar noch lange zu dauern. Doch Keramik entsteht nicht schnell nebenbei. Formen, trocknen, brennen, glasieren und nochmals brennen – all das braucht Zeit.

Deshalb beginnen die ersten Arbeiten für den Adventsmarkt bereits im Sommer.

Im Hintergrund arbeite ich ausserdem an den neuen Eintrittsmöglichkeiten für das offene Atelier. Neben einzelnen Terminen gibt es nun auch Pakete für alle, die regelmässiger kommen möchten.

Die Landingpage dazu steht fast. Inzwischen kannst du dich auf der bisherigen Seite für die "Töpferkurse" umschauen und anmelden.

Was im Q2 auf dem Blog passiert ist

Auch wenn im Stall, im Service und im Atelier einiges los war, ist der Blog nicht stehen geblieben.

Im April erschien:

Im Mai folgte:

Im Juni kamen zwei weitere Artikel dazu:

In meinem Newsletter nehme ich dich mit ins Atelier, erzähle von neuen Projekten und informiere dich über kommende Workshops:

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Ausblick:

Sommerpause und neue Ideen aus Ton

Vom 20. Juli bis zum 10. August mache ich Sommerpause. In dieser Zeit bleibt auch das Atelier geschlossen.

Die Pause ist nötig. Danach geht es mit frischer Energie und neuen Projekten weiter.

der See, an dem wir Ferien machen

Wenn aus dem Babybauch eine Schale wird

Eine Idee beschäftigt mich gerade besonders: eine Babybauchschale aus Ton.

Dabei wird die Form des Babybauchs mit Ton abgenommen und später zu einer Keramikschale weiterverarbeitet.

So entsteht eine ganz persönliche Erinnerung an die Schwangerschaft. Eine Erinnerung, die später nicht in einer Schachtel oder im Schrank verschwindet, sondern als Schale weiterleben darf.

Die Idee ist bereits ziemlich weit gedacht. Jetzt fehlen noch die ersten Frauen, die sie gemeinsam mit mir ausprobieren möchten.

Falls du Interesse hast, melde dich gerne bei mir.

ein erster Blick auf die Babybauchschale
ein kleiner Handabdruck auf der Schale

Vogeltränken für Garten und Balkon

Ende August bin ich beim Verein "Nachhaltiges Rifferswil" zum Sommerfest des Permagartens eingeladen.

Dort töpfere ich gemeinsam mit Kindern und Mitgliedern Vogeltränken.

Vielleicht entstehen Modelle mit Blattabdrücken. Vielleicht sitzen später kleine Vögel oder Marienkäfer am Rand. Lassen wir uns mal überraschen.

Auch im offenen Atelier möchte ich einen Workshop dazu anbieten. Die ersten Anfragen gibt es bereits.

Gerade an heissen Tagen sind Wasserstellen für Vögel und Insekten wichtig. Und wenn sie dabei noch selbst getöpfert sind, machen sie im Garten oder auf dem Balkon gleich doppelt Freude.

Mein Fazit für Q2

Dieses Quartal hat mir gezeigt, dass weniger Arbeit nicht automatisch weniger Entwicklung bedeutet.

Im Gegenteil.

Erst als die Servicearbeit wegfiel, hatte ich wieder mehr Energie für das, was ich langfristig aufbauen möchte.

Die ersten Teilnehmerinnen im offenen Atelier haben mir bestätigt, warum ich diesen Weg gehe. Es geht nicht nur darum, Keramik herzustellen. Es geht darum, mit den Händen etwas Eigenes zu schaffen, eine Pause vom Alltag zu haben und sich selbst wieder mehr zuzutrauen.

Q2 war nicht ruhig. Aber es war wichtig.

Jetzt freue ich mich auf die Sommerpause. Und danach geht es weiter – mit Vogeltränken, Babybauchschalen, neuen Atelierideen und bestimmt auch mit dem einen oder anderen Huhn aus Ton.

Gab es in deinem Frühling ebenfalls etwas, das sich zuerst unangenehm angefühlt hat und sich später als genau richtig erwiesen hat?

Dann schreib mir gerne an kontakt@antjes-art.com oder auf Instagram unter @antjes_art.

 

Lerne mich kennen:

Hey, ich bin Antje -

die kreative Seele hinter

"antjes-art".

Ich glaube fest daran, dass wir nie zu alt,

zu beschäftigt oder zu eingespannt sind, um etwas Neues zu lernen.

Perfektion ist dabei gar nicht das Ziel – der erste Schritt zählt.

Und genau diesen Schritt darfst du dir erlauben.

Mir ist wichtig, dass Lernen und Kreativität nicht schwer, sondern leicht und erfüllend sind.

Antje beim Töpfern im Atelier Allegra

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