Keramik & Kreativkunst

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Was im offenen Töpfer-Atelier wirklich entsteht – ausser Keramik

Im offenen Töpfer-Atelier in Hausen am Albis entstehen Tassen, Schalen und kleine Unikate.

Aber das ist nur ein Teil der Geschichte.

Denn zwischen Ton, Kaffee und guten Gesprächen passiert oft noch etwas anderes: Menschen kommen zur Ruhe, probieren Neues aus und merken plötzlich, dass sie viel kreativer sind, als sie dachten.

Was mein offenes Atelier so besonders macht und welche Geschichten dort entstehen, erzähle ich dir in diesem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

Warum es manchmal mehr braucht als eine Beschäftigung

Viele Menschen kommen ins offene Töpfer-Atelier in Hausen am Albis, weil sie einfach mal wieder etwas mit den Händen machen möchten.

Manche haben schon eine konkrete Idee. Andere möchten ausprobieren, was mit Ton überhaupt möglich ist. Und wieder andere brauchen ein paar Stunden Abstand von Arbeit, Haushalt, Terminen und allem, was sonst noch im Kopf herumschwirrt.

Dann passiert oft etwas, das sich schwer planen lässt.

Es entsteht nicht nur eine Schale, eine Tasse oder ein kleines Geschenk.

Es entsteht Zeit für sich selbst. Konzentration. Austausch. Stolz. Und manchmal auch dieser eine Satz: „Ich kann das ja wirklich.“

Eine Teilnehmerin fand mich eher zufällig. Sie hatte eigentlich nach einem kreativen Angebot gesucht und stiess über die Website vom Atelier Allegra auf mein Töpferangebot. An diesem Mittwochnachmittag hatte sie Zeit und fragte kurzerhand an, ob sie kommen könne.

Sie hatte vorher noch nie getöpfert.

Trotzdem entstanden an diesem Nachmittag zwei unterschiedliche Schalen. Beim nächsten Besuch glasierte sie ihre Stücke. Während wir gemeinsam töpferten, Kaffee tranken und uns austauschten, löste sich ihre anfängliche Anspannung nach und nach.

Am Ende hielt sie ihre eigenen Schalen in den Händen und sagte genau das, was ich immer wieder beobachte: „Ich kann das ja wirklich.“

drei verschiedene Schalen nach dem Rohbrand

Hier siehst du 3 verschiedene Schalen, die gerade aus dem Rohbrand kamen.

glasierte Schalen, Tassen, Dekoobjekte

Hier siehst du verschiedene Schalen, Tassen und Dekoobjekte nach dem Glasurbrand.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, wie du einfache Schalen töpfern kannst, lies gerne mal meinen Blogbeitrag: "In 5 einfachen Schritten zu deiner ersten Keramikschale: Töpfern leicht gemacht"

Was ist das offene Atelier eigentlich?

Im offenen Atelier auf dem Weisbrodareal gibt es keinen festen Kursplan und kein Projekt, das alle gleichzeitig machen müssen.

Jede Person bringt ihre eigene Idee mit oder lässt sich vor Ort inspirieren. Manche arbeiten mehrere Wochen an einem grösseren Stück. Andere möchten eine einfache Schale, einen Becher, ein Geschenk oder eine saisonale Dekoration gestalten.

So wie Chantal.

Sie wollte für ihr neues Ferienhaus in der Normandie eine Namens-Tafel aus Ton gestalten. Die grobe Idee hatte sie schon im Kopf. Gemeinsam haben wir dann überlegt, wie sie aussehen könnte, welche Details passen und wie sich alles technisch gut umsetzen lässt.

Genau das mag ich am offenen Atelier so sehr: Jedes Projekt darf anders sein.

Ich unterstütze dort, wo Hilfe gebraucht wird. Beim Planen, Aufbauen, Verbinden, Glätten oder bei der Frage: „Wie mache ich jetzt weiter?“

Gleichzeitig bleibt genug Freiheit, damit jedes Stück eine eigene Handschrift bekommt.

Das offene Atelier findet mittwochs statt. Eine Anmeldung ist wichtig, denn wenn niemand angemeldet ist, arbeite ich an diesem Nachmittag in meinem Keller-Atelier weiter. Bisher war aber fast jeden Mittwochnachmittag jemand da, der an einem eigenen Projekt arbeiten wollte.

Du brauchst dafür keine Erfahrung.

Viele Menschen, die zu mir kommen, haben schon lange nicht mehr oder sogar noch nie getöpfert. Trotzdem entstehen mit etwas Anleitung schöne, individuelle Keramikstücke. Es geht nicht darum, alles perfekt zu können. Es geht darum, anzufangen.

Hier entstand eine Namenstafel für's neue Haus

Die Namenstafel für das neue Haus hat Gestalt angenommen. Einmal im totalen Rohzustand und nach dem Glasurbrand.

Die Tafel nach dem Glasurbrand

In meinem Blogbeitrag -Töpfern für Anfänger - Grundlagen, Techniken & Materialien für deinen kreativen Start - wirst du erkennen, dass es keine Erfahrung braucht. Was du brauchst, ist Mut zum einfach mal anfangen.

Es entstehen ganz unterschiedliche Dinge

Im offenen Atelier entstehen Stücke, die später im Alltag benutzt werden.

Tassen. Schalen. Teller. Kleine Geschenke. Dekoobjekte. Saisonale Ideen.

Aber manchmal entstehen auch Dinge, die eine ganz persönliche Geschichte in sich tragen.

Gerade arbeite ich an einer Babybauchschale. Noch ist sie nicht fertig und trocknet gerade. Aber schon jetzt zeigt sie sehr schön, wie individuell Arbeiten mit Ton sein kann.

Viele Mütter kennen einen Gipsabdruck vom Babybauch. Oft liegt dieser nach der Schwangerschaft irgendwann auf dem Estrich oder im Keller. Die Idee bei der Keramikschale ist, aus dieser Erinnerung etwas zu machen, das später wirklich einen Platz im Alltag bekommt.

Zum Beispiel als Obstschale. Für Äpfel, Bananen oder andere Dinge, die darin ihren Platz finden.

Die erste Babybauchschale ist bereits in Arbeit. Mehr dazu erzähle ich dir, sobald sie gebrannt und glasiert ist.

Das sind die ersten Bilder von einem Babybauch aus Ton.
Ein Eindruck vom kleinen Geschwisterchen.
die Schale von allen Seiten

Das sind die ersten Bilder der Babybauchschale. Sie wurde von aussen noch mit einem Fingerabdruck vom Geschwisterkind versehen. Jetzt darf sie in Ruhe trocknen und wird dann gebrannt, glasiert und nochmal gebrannt, ehe sie auf den Tisch kommt.

Niemand muss perfekt sein

Viele Menschen denken zuerst, sie seien nicht kreativ genug.

Oder sie hätten zu wenig Geduld.

Oder sie könnten so etwas einfach nicht.

Aber genau darum geht es im offenen Atelier nicht.

Ton ist ein Material, das dich automatisch etwas langsamer werden lässt. Du kannst nicht alles kontrollieren. Manchmal klappt etwas sofort. Manchmal reisst eine Kante, ein Henkel sitzt schief oder eine Idee entwickelt sich anders als geplant.

Das gehört dazu.

Und oft sind es genau diese kleinen Unregelmässigkeiten, die ein Stück besonders machen.

Perfekt muss es nicht sein. Es darf deins sein.

Durch deine Hände bekommt es Charakter und wird einzigartig. Es erinnert dich später daran, dass du selbst etwas nach deinen Wünschen gestalten kannst – auch dann, wenn du vorher gedacht hast, du seist dafür vielleicht nicht kreativ genug.

Das sind eine Schale und eine Platte einer Teilnehmerin.
getöpferte Tassen und ein Teller mit verschiedenen Glasuren

Was zwischen Ton, Gesprächen

und Kaffee passiert

Natürlich wird im offenen Atelier getöpfert.

Aber es wird auch gelacht, gefragt, überlegt, gefachsimpelt und manchmal einfach kurz durchgeatmet.

Es ist ein Raum, in dem niemand etwas leisten muss. Du darfst kommen, ausprobieren, dich inspirieren lassen und Schritt für Schritt etwas Eigenes schaffen.

Und manchmal entstehen dabei auch sehr lustige Momente.

Bei einem Raku-Workshop gestalteten wir unter anderem Hühner aus Ton. Eine Teilnehmerin hatte eine hohle Tonkugel als Körper geformt. Bei geschlossenen Hohlformen braucht es immer eine kleine Öffnung, damit eingeschlossene Luft beim Brennen keinen Schaden anrichten kann.

Die Frage war nur: Wo soll dieses Loch hin?

Oben? Unten? Seitlich?

Ich schlug vor, dem Huhn einfach ein „Pupsloch“ zu machen. Bei einem meiner eigenen Hühner hatte ich das genauso gelöst.

Wir mussten alle herzhaft lachen.

Die Teilnehmerin setzte die Idee um – und damit man auch wirklich erkennt, was dieses Loch darstellen soll, zeichnete sie gleich noch passende Linien dazu.

So entstehen Stücke mit Charakter.

Nicht geschniegelt oder gestriegelt. Und auch nicht perfekt. Sondern individuell, mit Humor und einer Geschichte, die dazugehört.

ein Ton-Huhn entsteht
Hier bekommt das Huhn noch einige Details.

Schritt für Schritt entsteht ein Huhn, welches nachher in den Rakubrand kommt.

Lust, es selbst auszuprobieren?

Das offene Töpfer-Atelier in Hausen am Albis ist für alle, die Lust auf Ton haben.

Egal, ob du noch nie getöpfert hast, nach langer Zeit wieder einsteigen möchtest oder schon eine konkrete Idee im Kopf mitbringst. Du arbeitest in deinem Tempo und bekommst Unterstützung, wenn du sie brauchst.

Vielleicht entsteht beim ersten Besuch eine kleine Schale.

Vielleicht entdeckst du aber auch ein Hobby, das dir im Alltag genau die Pause schenkt, die bisher gefehlt hat.

ein kleiner Einblick ins Atelier

Lerne mich kennen:

Hey, ich bin Antje -

die kreative Seele hinter

"antjes-art".

Ich glaube fest daran, dass wir nie zu alt,

zu beschäftigt oder zu eingespannt sind, um etwas Neues zu lernen.

Perfektion ist dabei gar nicht das Ziel – der erste Schritt zählt.

Und genau diesen Schritt darfst du dir erlauben.

Mir ist wichtig, dass Lernen und Kreativität nicht schwer, sondern leicht und erfüllend sind.

Antje beim Töpfern im Atelier Allegra

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