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Raku-Workshop Tag 2: Feuer, Rauch und ganz viel Magie

Nach dem Formen, Trocknen und ersten Brand war es am Samstag, dem 4. Juli 2026 endlich so weit: Raku-Brenntag.

Die vier Frauen kamen zu mir nach Hause, wo ihre bereits geschrühten Raku-Keramiken auf ihren grossen Moment warteten. Herzen, Kugeln und ein Huhn – jedes Stück mit seiner eigenen kleinen Geschichte. Und alle waren gespannt darauf, wie die Werke nach Feuer, Rauch und Überraschungen aussehen würden.

Wie die Stücke entstanden sind, liest du in meinem Workshop-Bericht zu Tag 1 des Raku-Workshops.

Rohlinge für den Raku-Workshop Tag 1

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Der Tag beginnt mit Glasur und Gipfeli

Bevor es heiss wurde, wurde erst einmal vorbereitet.

Die beiden Rakuöfen standen bereit, Glasuren, Pinsel, Becher und Bürsten waren auf dem Tisch verteilt. Für die Stärkung am Morgen gab es verschiedene Gipfeli und frisch gekochten Kaffee.

Zum Glück begann unser Tag schon um 9 Uhr. Das Wetter war wunderschön, die Sonne schien und es war noch angenehm frisch. Später sollte es deutlich wärmer werden.

Als Erstes ging es ans Glasieren. Ich zeigte den Teilnehmerinnen an einem meiner eigenen Stücke, worauf sie achten sollten: Glasur gut aufrühren oder die Flasche kräftig schütteln, dann die Keramik vorsichtig übergiessen. Dafür stand ein Becken mit Kuchengitter bereit, damit die überschüssige Glasur abfliessen und aufgefangen werden konnte.

Für kleine Details wie Augen oder Schnäbel war der Pinsel die bessere Wahl. So konnten einzelne Stellen gezielt bemalt werden, ohne dass die ganze Keramik in Glasur verschwand.

Sobald ein Stück fertig war, durfte es in den Ofen. Das war teilweise fast wie Tetris: Wo passt welches Objekt am besten hin? Manchmal musste ein Stück noch einmal umgestellt werden, bis alles seinen Platz hatte. Mit zwei Öfen konnten wir zum Glück alle Werke in einem Durchgang brennen.

Teilnehmerinnen glasieren Tonobjekte
die Frauen glasieren ihre Tonobjekte
der Rakuofen wird gefüllt
der zweite Rakuofen füllt sich auch langsam

Die Teilnehmerinnen geben sich sehr viel Mühe beim Glasieren. Teilweise wird gegossen. Teilweise wird gepinselt.

In beiden Öfen wird ein wenig Tetris gespielt. Was passt wohin? Nochmal umstellen ist vorprogrammiert. Aber es gibt für jedes Objekt ein Plätzchen.

Vorbereitung für die Räucherkammer

Während die Öfen langsam auf Temperatur kamen, machten wir es uns bei einem kleinen Frühstück gemütlich und besprachen den weiteren Ablauf.

Danach wurde alles für das Reduzieren vorbereitet. Dafür verwende ich feinen Sand als Unterlage, darauf kommt ein Bett aus Sägespänen. Die glühend heissen Keramiken werden später direkt darin abgelegt und mit weiteren Sägespänen bedeckt. Anschliessend kommt ein Eimer darüber, damit möglichst wenig Sauerstoff an die Stücke gelangt.

Genau dort passiert ein grosser Teil der Raku-Magie: Durch den Rauch entstehen schwarze Flächen, feine Linien und spannende Kontraste. Damit später alles sauber gereinigt werden konnte, standen auch Wassereimer, Schwämme und Putzmittel bereit.

Zwischendurch kontrollierten wir immer wieder die Temperatur der beiden Öfen. Und dann war es so weit.

die Räucherkübel werden vorbereitet

Wir hatten grosse Kübel, in die wir die noch ganz heissen Keramiken reinlegten.

Raku brennen:

Tausend Grad und ein Herz aus Feuer

Der erste Ofen hatte rund 1’000 Grad Celsius erreicht.

Ich war ehrlich gesagt etwas nervös. Die anderen waren neugierig und gespannt. Also: feuerfeste Handschuhe an, Zange geschnappt, Deckel geöffnet.

Ein Schwall heisse Luft kam mir entgegen. Automatisch ging ich einen Schritt zurück. Aber das Herz im Ofen wollte schliesslich herausgenommen werden.

Also wieder näher ran, die Zange richtig angesetzt und das glühende Herz vorsichtig herausgehoben. Wir wollten direkt einen ersten Versuch machen und sprühten es mit einer Wasserflasche leicht an. Im ersten Moment passierte nicht viel. Vielleicht war es auch etwas zu viel Wasser. Danach kam das Herz ins Sägespäne-Bett, wurde mit weiteren Spänen bedeckt und mit dem Eimer verschlossen.

Ein paar Flammen schlugen hoch – und das Herz begann zu räuchern.

Ein Herz liegt in den Sägespänen.
Feuer und Flammen schiessen in die Höhe.

Eine heisse Angelegenheit.

Federn auf Glasur:

ein echter Ah-und-Oh-Moment

Beim nächsten Objekt probierten wir etwas aus, das mich selbst immer wieder fasziniert: Federabdrücke auf heisser Glasur.

Dafür musste die Keramik zuerst etwas abkühlen. Mit dem Temperaturmessgerät kontrollierten wir die Oberfläche. Bei ungefähr 500 bis 300 Grad ist der richtige Moment, um eine leicht aufgefächerte Feder auf die heisse Glasur zu legen.

Die Feder verbrannte sofort und hinterliess ihre Spuren auf der Keramik.

Das war einer dieser Momente, bei denen alle gleichzeitig staunen. So einfach. So überraschend. Und irgendwie auch ein bisschen magisch.

Danach folgten weitere Herzen, zwei Kugeln und ein Huhn. Jedes Stück sah komplett anders aus. Einige hatten grössere Risse, andere ein ganz feines Netz aus Craquelés. Genau das macht Raku aus: Du kannst vieles beeinflussen, aber nie alles planen.

Was Raku ist und was nicht, kannst du in meinem Blogbeitrag dazu nachlesen.

Hannah hält eine Feder an die heisse Kugel.

Hier hält Hannah eine Feder an die noch extrem heisse Kugel. Das Muster ist in die Kugel eingebrannt.

Ein Experiment mit Draht, Stoff und Alufolie

Ein besonderes Experiment durfte natürlich auch nicht fehlen.

Eine Kugel wurde mit Draht, Strick und T-Shirt-Streifen umwickelt und anschliessend in Alufolie eingepackt. So kam sie mit in den Rakuofen und wurde ebenfalls auf etwa 1’000 Grad erhitzt.

Als ich sie als Letztes aus dem Ofen nahm, blätterte die Alufolie regelrecht ab. Darunter kamen spannende Farbverläufe zum Vorschein: Rot, Gelb, Schwarz und die ursprüngliche beige Tonfarbe.

Hannah konnte es kaum erwarten und machte sich direkt daran, den Draht zu entfernen. Weil dieser ebenfalls gebrannt war, liess er sich erstaunlich gut abschürgeln.

Warum genau welche Farben entstanden sind, kann ich noch nicht bis ins Detail erklären. Beim Rot könnte der Kupferanteil im Draht eine Rolle gespielt haben. Aber genau solche Versuche machen neugierig und sorgen dafür, dass man beim nächsten Raku-Brand wieder etwas Neues ausprobieren möchte.

Diese Kugel wurde mit Draht, Strick und T-Shirt-Streifen eingewickelt und mit Alufolie fest eingepackt. So kam sie in den Rakuofen und entwickelte diese tollen Farben.

An dieser Kugel sind verschiedene Farben sichtbar.

Putzen, staunen und gemeinsam essen

Als alle Keramiken in ihren Sägespäne-Betten lagen, wurde das Mittagessen vorbereitet. Doch vorher mussten die Stücke noch gründlich geputzt werden.

Der Russ muss wirklich gut entfernt werden, damit die feinen Craquelés und Muster sichtbar werden. Und dann zeigte sich erst, was im Feuer entstanden war: zarte Linien, dunkle Flächen, grosse Risse und ganz individuelle Strukturen.

Die Keramiken mit den Federabdrücken wurden nur dann gereinigt, wenn der Abdruck nicht so herauskam, wie gewünscht. Denn manchmal macht gerade die rauchige Oberfläche den besonderen Reiz aus.

Drei Frauen putzen ihre Keramiken.
Fast fertig geputztes Huhn.

Nach dem Räuchern und vor dem Mittagessen werden die Keramiken fein säuberlich geschrubbt.

Diese Arbeit machte sicher Hunger.

Danach gab es Salat, Cervelat, Bratwurst, Melone und Kuchen. Eine gemütliche Mittagspause mit guten Gesprächen und vielen bestaunenden Blicken auf die fertigen Werke.

Der Grillist für Leckereien parat.
Der Mittagstisch steht, reich gedeckt.

Zur Belohnung für die harte Arbeit gab es Feines vom Grill.

Der Tisch war reich gedeckt. Jede hatte etwas Feines mitgebracht.

Es wurde alles miteinander geteilt.

Raku by Night mit Käsefondue

Wie wäre es mit einem Raku-by-Night-Event?

Noch einmal wir fünf Frauen zusammen. Jede bringt eine Keramik mit, während die Stücke im Ofen brennen, gibt es draussen ein feines Käsefondue. Die Idee fand sofort Anklang. Und schon begann das Brainstorming: Was könnte man dafür bloss töpfern?

Bevor die Planung zu weit ging, wurde aber erst einmal ein Datum festgelegt.

Gegen 14 Uhr waren wir fertig. Fertig mit Essen, fertig mit Brennen und auch ein wenig fertig mit unserer Energie.

Es war inzwischen richtig heiss geworden. Aber alle verabschiedeten sich zufrieden, froh und glücklich.

die fertigen Objekte wurden auf einem Tisch zusammengestellt.

Zum Schluss stellten wir all unsere Raku-Objekte auf einem Tisch zusammen.

Die Keramiken kamen so unterschiedlich aus dem Brand. Aber jede meiner Teilnehmerinnen war überrascht und doch zufrieden.

Drei Hühner und ein letzter Versuch

Nach einer kurzen Pause entschied ich mich dann doch dafür, meine drei eigenen Hühner ebenfalls noch zu brennen. Eine Kundin wartete seit Ostern auf die fertigen Stücke.

Also ging es noch einmal los.

Dieses Mal liess ich den Ofen nur auf etwa 930 Grad aufheizen. Das reichte vollkommen aus, denn die Glasuren glänzten bereits schön. Durch das kleine Loch im Deckel kann man das beobachten – allerdings nur mit genug Abstand. Sonst wird es schnell sehr heiss im Gesicht.

Für den letzten Versuch nahm ich einen Trinkhalm und blies gezielt auf einzelne Stellen der heissen Hühner. Das Ergebnis war spannend: Dort entstanden ganz feine Craquelés. An den Stellen, die ich nicht angeblasen hatte, bildeten sich grössere Risse.

Bei einem Huhn sah ein Riss sogar fast wie ein Herz aus.

Später stellte ich die fertigen Hühner in meinem Status vor. Die Kundin meldete sich sofort und entschied sich für die beiden runden Hühner. Sie hatte bereits den perfekten Platz dafür.

Und damit die beiden nicht allein bleiben, soll es bis nächsten Ostern noch einen passenden runden Osterhasen geben.

Die letzten drei Hühner wurden auch ncoh gebrannt.

Jedes einzelne Huhn hat unterschiedliche Muster/Craquelés ausgebildet.

Eine Kundin hat ihre Favoriten vom Fleck weg gekauft.

Screenshot des Kaufs

Raku bleibt immer ein Abenteuer

Das ist wohl das Schönste am Raku: Du kannst vorbereiten, planen, glasieren und messen. Aber am Ende bleibt jedes Öffnen des Ofens ein kleiner Überraschungsmoment.

Mal entstehen feine Craquelés. Mal grosse Risse. Mal kommen Farben zum Vorschein, mit denen niemand gerechnet hat. Und manchmal wird aus einem Workshop direkt die Idee für den nächsten gemeinsamen Abend.

Genau deshalb liebe ich diese Art des Töpferns so sehr.

Du möchtest die Raku-Technik selbst ausprobieren?

Hier findest du meine aktuellen Töpferkurse und Keramik-Workshops in Hausen am Albis. Neue Daten werden demnächst aufgeschalten.

Das sind unsere Endergebnisse vom Raku-Workshop.

Lerne mich kennen:

Hey, ich bin Antje -

die kreative Seele hinter

"antjes-art".

Ich glaube fest daran, dass wir nie zu alt,

zu beschäftigt oder zu eingespannt sind, um etwas Neues zu lernen.

Perfektion ist dabei gar nicht das Ziel – der erste Schritt zählt.

Und genau diesen Schritt darfst du dir erlauben.

Mir ist wichtig, dass Lernen und Kreativität nicht schwer, sondern leicht und erfüllend sind.

Antje beim Töpfern im Atelier Allegra

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