Keramik & Kreativkunst

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Rampenverkauf auf dem Weisbrod-Areal: Mein ehrlicher Rückblick

Manchmal meldet man sich für einen Markt an und denkt:

Mal schauen, was passiert. Vielleicht wird’s richtig gut.

Vielleicht läuft aber auch gar nichts. Vielleicht irgendwas dazwischen.


Genau so war es bei mir am Weisbrod-Rampenverkauf Ende Februar 2026.


Ich war mit meinen Keramiken vor Ort, hatte natürlich die Hoffnung auf Verkäufe, nette Gespräche und vielleicht auch die eine oder andere neue Idee im Gepäck. Bekommen habe ich von allem etwas: stille Beobachtungen, lustige Kundensätze, konkrete Aufträge und wieder einmal die Erkenntnis, dass so ein «Markttag» viel mehr ist als einfach nur „Sachen verkaufen“.

Hier liest du etwas über:

Kunden-Beobachtungen

Was mir sofort aufgefallen ist: Viele Menschen nähern sich einem Stand erstmal sehr vorsichtig und ein wenig skeptisch.

Manche kommen mit verschränkten Armen, bleiben mit etwas Abstand stehen und schauen erstmal nur von Weitem. Andere sind direkter, nehmen etwas in die Hand, drehen es, stellen es wieder hin und schauen ganz genau. Und dann gibt es noch die, die mehrmals vorbeilaufen, bevor sie sich entscheiden.

Zwei oder drei Leute gingen sogar drei Mal vorbei, ehe klar war, ob sie kaufen oder eben nicht.

Eine Dame hatte sich offenbar schon fast in ein Stück verguckt, konnte sich in dem Moment aber noch nicht final entscheiden. Sie müsse erstmal zum Stoffausverkauf, meinte sie und ging mit ihrer Freundin davon. Als sie dann vom Stoffkauf vollbepack zurückkam, musste sie feststellen, dass genau dieses Teil inzwischen weg war. Ihr Kommentar: Oh schade. Aber jetzt müsse sie sich wenigstens nicht mehr entscheiden.

Ich fand das irgendwie herrlich ehrlich.

Rakupferd in schwarz-weiss Optik

Dieses Raku-Pferd war das Objekt der Begierde, dass sich eine andere Kundin geschnappt hat.

Freitag: guter Start

Der Freitag begann ziemlich gut: Bestes Wetter, Motivation war da und Nervosität meinerseits.

Nach eineinhalb Stunden hatte ich bereits einige Franken Umsatz gemacht, was mehr war als an manch anderem Markttag. Das war ein schöner Start und hat natürlich Hoffnung gemacht. Danach kam allerdings erstmal eine ziemlich zähe, langweilige Phase.

Ich muss dazu sagen, dass die Mittagzeit anstand und ein ganz normaler Arbeitstag war. Seit halb elf war Flaute. Ich hatte Kopfschmerzen und merkte auch schnell, dass so ein ganzer Tag am Stand anstrengender ist, als man vielleicht denkt – vor allem dann, wenn man allein dort steht.

Während andere Aussteller mindestens zu zweit unterwegs waren und sich abwechseln konnten, gab es für mich kaum mal die Möglichkeit, kurz rauszugehen oder einfach einmal durchzuatmen.

Ich habs trotzdem gemacht, aber immer im «schnell-schnell» denken. Das ist auf jeden Fall etwas, das ich beim nächsten Mal anders organisieren würde.

das Wetter am Freitag war sehr sonnig
ein traumhafter Ausblick in die Berge

An so einem sonnigen Tag hätte ich lieber die Sonne genossen. Aber man kann nicht alles haben. 😉

Wenn’s ruhig wird

Trotzdem ist so ein ruhiger Marktstand keine verlorene Zeit. Im Gegenteil.

Ich habe zwischendurch Blogtexte geschrieben und auf meiner Website eingepflegt, Ideen notiert, kleine Skizzen gemacht, Etiketten geklebt und an Kurse, Events und Flyer gedacht.

Und natürlich habe ich Menschen beobachtet. Das ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, wenn viele verschiedene Menschen zusammen kommen.

Das ist fast schon eine kleine Marktstudie in Echtzeit. Du siehst, wie Leute schauen, wann sie näherkommen, wann sie weitergehen und auf welche Art von Ansprache sie reagieren. Genau solche Momente sind oft fast genauso wertvoll wie ein direkter Verkauf.

Typische Marktsätze

Und dann sind da noch diese Sätze, die man auf solchen Veranstaltungen gefühlt immer hört:

„Schöne Sachen haben Sie.“

„Haben Sie das alles selber gemacht?“

„Haben Sie davon noch mehr?“

Oder auch: „Ich habe früher auch getöpfert. Aber das ist schon lange her.“

Einer meiner Favoriten war aber ganz klar die Aussage einer Besucherin, sie sei inzwischen eher in einem Alter, in dem sie alles verschenke, statt noch mehr zu kaufen.

Solche Sätze bleiben einfach hängen, weil sie so viel über die Menschen erzählen, die vor einem Stand stehen.

Freitag: Fazit

Am Freitagnachmittag zog es dann wieder etwas an.

Gegen halb zwei wurde es lebendiger, es wurde wieder mehr geredet, mehr geschaut und es kam wieder Bewegung rein.

Am Ende des Tages stand in meinem Einnahmebüchlein dann doch eine schöne Zahl auf meiner Liste. Für einen ersten Tag fand ich das absolut in Ordnung.

Klar wünscht man sich immer, dass es noch besser läuft. Aber ich fand: Das war ein solider Anfang.

Dafür, dass es auf meine Keramiken Prozente gab, war das gar nicht schlecht. Und ich hatte direkt schon wieder Ideen, was ich am nächsten Tag noch ergänzen könnte – ein paar weitere Keramiken aus dem Atelier, vielleicht Sommerdeko und auf jeden Fall meine Kramkiste.

Antjes Verkaufstische
Hinweisschild für antjes-art

Das waren meine beiden, von Weisbrod-Zürrer zur Verfügung gestellten Tische für Freitag und Samstag. Die Leute mussten an meinem Stand vorbei um zum Stoffverkauf zu kommen. Das war schon von Vorteil.

Samstag: Kaltstart

Der Samstag startete etwas verhaltener.

Das Wetter lud heute noch nicht zum Flanieren ein – es war kalt und bedeckt.

Früh am Morgen (09:00 Uhr gings wieder los) habe ich erstmal 5 Franken für einen Beistelltisch ausgegeben. Ich konnte nicht anders. Er hat sich mir quasi in den Weg gestellt.

Solche Dinge passieren, auch wenn man eigentlich zum Verkaufen da ist. Eigentlich wollte ich diesmal kein Geld ausgeben. An einem Markt, auf dem ich einen Stand hatte, hatte ich mal mehr ausgegeben als eingenommen. Das sollte mir nicht nochmal passieren. Aber janu. Wenigstens konnte ich ihn grad als Ausstellungsfläche nutzen und dort meine grossen Lichterkugeln platzieren, die sonst untergegangen wären.

Antjes grosse Kugeln

Diese grossen Kugeln standen nachher auf dem kleinen Tischchen, der sich einfach in meinen Weg gestellt hatte. Leider habe ich vergessen von ihm ein Foto zu machen.

Hinweisschild

An mir vorbei zum Rampenverkauf

Ein erster Auftrag

Kurz nach neun kam dann aber schon etwas, womit ich nicht unbedingt so früh gerechnet hätte: ein mündlicher Auftrag.

Ich wurde gefragt, ob ich gegenständlich arbeite, und zwar für ein Herz mit einem daran schnüffelnden Beagle-Kopf. Allein diese Beschreibung fand ich schon großartig. Sie schilderte mir, wie sie sich diese Keramik vorstellt.

Sie erzählte mir ein wenig von sich und warum sie so eine «Skulptur» haben möchte. Sie war mit voller Leidenschaft dabei. Die Kundin wollte sich nochmal melden. Ich hoffe, sie macht das auch, denn es klang sehr interessant und mich herausfordernd.

Begegnungen am Stand

Überhaupt war der Samstag zwar kühl, aber nicht ereignislos. Eher das Gegenteil.

Es kamen immer wieder Bekannte vorbei, mit denen ich kurz reden konnte, was gut tat, weil man sich so nicht ganz allein am Stand fühlt.

Gleichzeitig merkte ich aber auch: Wenn man Menschen freundlich grüßt, gibt es eigentlich zwei mögliche Reaktionen. Entweder sie gehen gefühlt noch schneller weiter, oder sie kommen tatsächlich näher und schauen sich die Sachen genauer an.

Meistens kamen wir dann auch immer ins Gespräch. Auch das ist eine spannende Beobachtung.

Manchmal wurde etwas gekauft und manchmal nicht.

im Nachbarraum war auch was los

Im Nachbarraum war auch was los - Secondhand

ein Becher von einer Kundin gekauft und grad benutzt

Dieser Becher wurde von einer Kundin gekauft und zu Hause grad benutzt.

Geschenk? Vielleicht später

Verkaufstechnisch lief der Samstag eher schleppend.

Gegen Mittag war es wirklich zäh, das Wetter war nicht gerade einladend und ich hatte gefühlt mehr kalt als alles andere.

Trotzdem gab es schöne Begegnungen und ein paar richtig spannende Hinweise darauf, was Menschen suchen oder brauchen.

Eine Kundin interessierte sich zum Beispiel sehr für eine Feuerschale. Ich zeigte ihr auf, wie sie funktioniert, wie man sie noch benutzen könnte, warum sie einmal glatt und einmal nicht glatt war (ein Teil ist glasiert und der andere nicht) usw... Sie wollte das aber erst noch mit ihrer Freundin abklären, weil es als Geschenk gedacht war. Es sollte passen und nicht einfach nur gekauft werden, damit sie ein Geschenk für ihre Freundin hat. Fand ich auch total in Ordnung.

Solche Gespräche sind oft nicht sofort ein Verkauf, aber eben auch nicht „nichts“. Sie zeigen, was ankommt. Und manchmal braucht es einfach einen zweiten Schritt – ein Später.

Auf jeden Fall gab ich ihr meine Visitenkarte mit und sagte ihr, dass sie sich jederzeit melden könnte, falls sie doch noch kaufen möchte. Schauen wir mal.

Deko-Keramiken

Ideen aus Gesprächen

Besonders spannend fand ich, wie viele Ideen direkt aus Kundengesprächen entstanden sind.

Eine Kundin brachte die Idee auf, aus meinem Kugelfisch eine Sparbüchse zu machen – mit Geldschlitz durchs offene Maul und einem Pfropfen unten, damit man das Geld auch wieder rausnehmen kann. Auf so etwas kommt man manchmal selbst nicht, wenn man zu nah an den eigenen Produkten dran ist.

Außerdem wurden ganz konkrete Wünsche geäußert: Schalen für Guacamole, Teetassen und Bowl-Schalen für Ramen oder Salat.

Genau solche Rückmeldungen sind Gold wert, weil sie einem ziemlich direkt zeigen, was die Leute gebrauchen könnten und was sie sich tatsächlich vorstellen könnten zu kaufen.

Keramiken auf dem einen Tisch
Keramiken auf dem 2. Tisch

Kramkiste: „Bezahl' was du willst“

Auch meine Kramkiste hatte ihren Auftritt. Gut hatte ich sie dabei.

In meiner Kramkiste sind alles Keramiken drin, die zu schade zum Wegschmeissen sind. Verkaufen zum vollen Preis – dafür stehen sie schon zu lange rum. Vielleicht gefällt ja jemandem etwas, dass er oder sie noch gebrauchen kann.


Das Motto war: „Bezahl, was du willst.“

Klingt erstmal locker, ist in der Praxis aber gar nicht so einfach.

Mit einer Dame habe ich die ganze Kiste auseinandergenommen, aber sie wollte mir partout keinen konkreten Preis nennen.

Also musste ich Vorschläge machen und sie sagte dann ja oder nein. Ich habe dabei nur gedacht: Die Schweizer können oder wollen einfach nicht verhandeln. Am Ende hat sie beim ersten Mal fünf Töpfersachen mitgenommen. Später kam sie sogar nochmal zurück und kaufte weitere fünf Keramiken aus der Kramkiste.

Auch das zeigt: Manchmal brauchen Leute etwas Zeit. Oder eben zwei Runden.

Aufträge & Folgegeschäft

Was mich an diesem Wochenende ebenfalls gefreut hat: Es blieb nicht nur bei Marktgesprächen. Es kamen gleich mehrere konkrete Aufträge zustande.

Neben dem Beagle-Herz gab es einen Auftrag von einer Coiffeuse für eine Schale zum Anrühren von Haarfärbemitteln – innen dunkel glasiert, in einer bestimmten Größe und eventuell mit Henkel zum Festhalten. Sie kaufte auch ein paar kleine Schälchen, wo Kundinnen ihren Schmuck drauf ablegen können, während ihre Haare schön gemacht werden.


Und dann kam auch noch ein dritter Auftrag dazu: ein neues Pferde-Relief.

Da werden Lieblingstiere verewigt, die schon über die Regenbogenbrücke gelaufen sind. Das wird ein recht emotionales Projekt. Aber ich freu mich drauf.


Genau solche Dinge machen einen Markttag im Nachhinein oft wertvoller, als es sich im ersten Moment vielleicht anfühlt. Denn Umsatz ist die eine Sache. Aufträge und Folgegeschäfte sind nochmal etwas ganz anderes.

So kann ich Objekte töpfern, die auch gewünscht sind.

Denn mal ehrlich: So ein Marktverkauf mit verschiedenen Keramiken, das ist immer Geschmackssache für die, die kaufen.

Und du wirst höchstwahrscheinlich nie alle Vorlieben oder Geschmäcker der Menschen treffen.

Online passiert auch

Auch Online-Käufe habe ich während des Rampenverkaufs getätigt.


Ich habe zwischendurch ja immer mal Bilder bzw. Reels für Instagram gemacht und sie hochgeladen. Eine Kundin sah meine Arbeiten online, meldete sich und kaufte direkt auf Basis von Fotos fünf Sachen. Eine kleine Online-Auktion und ganz ehrlich: Genau so hat es sich wohl auch angefühlt.


Gleichzeitig wurde ein Raku-Event zwei- bis dreimal angefragt.

Ich bekam sogar das Angebot einer Freundin, ihren Rakuofen zu übernehmen.

Das sind alles keine Zufälle mehr. Das zeigt ziemlich deutlich, dass das Thema Raku Interesse weckt und dass ich mir wirklich überlegen sollte, da etwas zu organisieren.


Wenn du wissen möchtest, was Raku ist und was es nicht ist, lies gerne meinen Blogbeitrag, den ich letztens geschrieben habe.

Ich hab ihn übrigens während des Rampenverkaufs auf meiner Website eingestellt, als mal nicht so viel los war.

ein Bild für Instagram

Kleine Korrekturen

Natürlich gab es auch wieder kleine Hinweise darauf, wo ich noch nachbessern darf.

Eine Kundin sprach mich darauf an, dass mein Name auf dem Flyer fehlt.

Und dass bei „Töpferatelier“ das «P» fehlt, war offenbar schon vom Adventsmarkt bekannt.

Solche Sachen sind ärgerlich, aber am Ende auch hilfreich. Lieber merke ich es so, als dass es ewig unbemerkt bleibt.

Auch mein T-Shirt mit dem Spruch „Ich glaub, ich dreh’ am Rad“ bekam positives Feedback – nur leider war es so kalt, dass ich die Jacke kaum ausziehen konnte und man den Schriftzug „Antjes Art“ auf der Rückseite gar nicht richtig gesehen hat. Timing ist eben auch im Marketing alles.

Fehler aus dem Flyer

Manchmal sehe ich halt den Wald vor lauter Bäumen nicht. Es nennt sich auch "Betriebsblindheit". Danke an die aufmerksamen Kundinnen. So kann ich mich verbessern.

Mein Fazit

Mein Fazit nach diesen zwei Tagen ist deshalb ziemlich klar: So ein Rampenverkauf ist weit mehr als nur ein Ort, an dem man hofft, möglichst viel zu verkaufen.

Es ist ein Testfeld. Ein Beobachtungsposten. Eine kleine Live-Marktforschung mit echten Menschen, echten Reaktionen und oft sehr ehrlichen Aussagen. Du merkst, welche Stücke Blicke auf sich ziehen, woran Leute hängenbleiben, welche Fragen immer wieder kommen und welche Produkte oder Kurse Potenzial hätten.

Und du merkst auch, wo du organisatorisch oder werbetechnisch noch nachschärfen darfst.


Für mich waren diese zwei Tage deshalb auf mehreren Ebenen wertvoll:

Ja, wegen der Verkäufe.

Ja, wegen der Aufträge.

Aber auch wegen all dem, was dazwischen passiert ist:

  • die Gespräche,

  • die Wünsche,

  • die Beobachtungen,

  • die Ideen für neue Produkte und die Hinweise darauf, wohin sich antjes-art weiterentwickeln könnte.

    Und: Ich wurde gesehen! Die Leute wissen nun, dass ich da bin und was ich anbiete.


    Manchmal ist ein Markt eben nicht einfach nur ein Markt. Manchmal ist er ein ziemlich ehrlicher Spiegel dafür, was schon funktioniert – und was als Nächstes dran sein könnte.

Ich habe leider noch keine direkte Kommentarfunktion.

Deshalb: Falls du Fragen, Anregungen, Feedback für mich hast,

schreib mir gerne eine E-Mail an: kontakt@antjes-art.com

Ich würde mich sehr freuen von dir zu lesen. 🤗

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